Gedanken – Musik und Musikthoughts – music and music

Mit der Toleranz ist das so eine Sache. Die einen bekommen beinahe eine Panikattacke bei Volksmusik, die anderen bei stumpfsinnigem Techno, wieder andere verteufeln Musik, die keinen Gesang hat. Geschmäcker sind natürlich verschieden, doch obwohl das bekannt ist, ist das Verständnis für andere Musikvorlieben als die Eigenen oft sehr gering.

Die Argumente für die Abscheu sind meistens, dass einem die Musik zu langweilig ist, oder dass die Musik zu blöd und unernst ist. Auch die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) unterscheidet zwischen E-Musik (ernste Musik) und U-Musik (Unterhaltungsmusik). Kriterien zur Einteilung sind übrigens die Länge des Stücks, der Kompositionsaufwand und die Anzahl der Stimmen (Instrumentenspuren/-klänge).

Kann man also das „U“ in „U-Musik“ als „umstritten“ umdeuten? Dass das nicht geht, sieht man daran, dass es auch im E-Musik-Bereich Stücke gibt, die ganz und gar nicht klassisch oder orchestral im eigentlichen Sinne sind und die wohl von nur Wenigen als „wirkliche Musik“ bezeichnet werden würde, zum Beispiel Klaus Schulzes „Conphara“ (Cyborg, 1973). Es gibt also in beiden Arten der Kompositionen recht umstrittene Werke, sozusagen Extrembeispiele.

Das Motiv des Komponisten könnte nun eine andere Möglichkeit sein, Musik einzuteilen. Dies wird dadurch klar, wenn man sich vor Augen hält, dass viel Mühe eher zu einem guten Ergebnis führt und dass Kompositionen, die nicht den Anspruch haben, angehört zu werden, sondern nur gehört zu werden, so wie auf Feiern, meistens auch stumpfsinniger erscheinen werden. Umgekehrt sind wohl mehr kompositorische Finessen in einem Stück enthalten, je ernster es der Schöpfer mit seinem Werk meint.

An dieser Stelle kann aber noch ein komplett neuer Aspekt eingebracht werden. Ist es möglicherweise legitim Musik so zu instrumentalisieren, dass der Grund ihrer Existenz eine untermalende Wirkung auf Partys ist? Würde man diese Frage mit „nein“ beantworten, so wäre auch die Benutzung der Stücke als Filmmusik in Frage gestellt. Schon immer benutzten Menschen Musik als Mittel zum Zweck. Man denke nur an die hypnotische Rhythmusmusik afrikanischer Völker.

Man sieht also, dass die Grenzen auch hier verschwimmen und es schwer ist zu sagen, was nun der richtige Einsatz für Musik ist. Deshalb ist es nur möglich, dass jeder Mensch für sich eine Meinung dazu bildet und so bleibt Musik eine sehr subjektive Sache. Offensichtlich gibt es folglich keine andere Möglichkeit, als tolerant zu sein und jedem seine Musik zu erlauben und zu gönnen.

Was man aber verlangen kann, ist dass jeder Produzent, aber auch jeder Musikkonsument diese Klänge als etwas Wertvolles und Einzigartiges sieht. Denn Musik ist in der Lage, Informationen und Gefühle auf eine ganz besondere Art und Weise zu vermitteln und deswegen hat sie diesen Respekt verdient.

 The concept of tolerance is quite tricky. Some people almost get a panic attack of volk music, others of dumb techno, and some of them hate music without vocal-parts. Tastes are different, of cause, but although this is clear, the understanding for other musical tastes is often very small.

The aruments for the dislike are often that this kind of music is too boring or that it seems to be too stupid and unserious. The GEMA (Society for musical performing and mechanical reproduction rights) in Germany differs between E-music (serious music) and U-music (music for entertainment). Criteria for this apportionment are by the way the length of a track, the effort of compositioning and the number of voices (instrument layers/noises).

But „entertaining“ does not automatically mean „unserious“. This is proved by the fact that in the serious music there is also a huge number of works, which are not classic or orchestral and which would be called „true music“ by just a few people, for instance „Conphara“ (Cyborg, 1973) by Klaus Schulze. So there are in both types of compositions quite controversial pieces, more or less extreme examples.

The motive of the composer could now be another possibility to apportion music. It is clear when one realizes that a lot of effort leads rather to a good result and that compositions, which do not claim to be listend to, but only to be heard, like on parties, mostly tend to seem dumb. On the other hand, more finesses of composing are included when the creator wants to work seriously with his music.

At this point, a completly new aspect can be brought into these thoughts. Is it probably legitimate to exploit music that the reason of its existence is a accompaning effect on parties? When one would answer it with „no“ then the use of music for movies would be questioned, too. People always exploited music, for instance african tribes making hypnotic rhythms.

So it is obvious that the boundaries merge and that it is hard to define the right mission for music. Due to this, it is just possible that everyone has his own opinion and consequently music remains totaly subjective. Now it is clear that there is no other way than being tolerant and allow everyone his music.

But what one can demand is that every producer, however, also every music consumer sees these sound as something worthful and unique. Because music is able to carry information and feelings in a very special way and that is why it deserves this respect.

 

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